Talk mit Paul Koren
Shownotes
Paul Koren. Er ist Journalist und schreibt, redet und denkt kritisch, jedenfalls aber frei übers Klima:
- Warum es wichtig ist, die Klimakrise so zu erzählen, dass es für die Menschen verständlich ist und es auch immer den hoffnungsvollen Ausblick braucht.
- Warum wir den Menschen auch die Realität zumuten müssen.
- Welche Rolle die Angst bei der Bewältigung der Klimakrise spielt.
In diesem Podcast stellte ich ihm folgende Fragen:
- Was wäre, wenn du morgen die Titelseite jeder Zeitung dieser Welt gestalten dürftest mit nur einer Schlagzeile zur Klimakrise? Was würdest du schreiben und warum?
- Wie viel Wirkung haben Worte wirklich und wieviel allgemeine Panik vor der Klimakatastrophe ist mediengemacht?
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00:00:00: Kurz,
00:00:00: knapp.
00:00:01: Klimafreundlich!
00:00:02: Ja?
00:00:02: So soll es sein wenn's rund um den alten Klimagipfel im Podcast gibt.
00:00:10: Der Klima-Quicky.
00:00:11: In fünfzehn Minuten sprechen wir über ein Thema das uns alle bewegt nämlich was macht das Klima mit uns?
00:00:19: und vor allem was machen wir mit dem Klima?
00:00:22: Ich bin Katja Hager, ich nehme euch jede Woche mit auf eine kurze aber intensive Reise rund um unseren Planeten und wo es mit dem Planeten hingeht.
00:00:32: Jetzt wieder eine neue Stimme die bei mir sitzt ein neuer frischer kluger Kopf, ein aktiver Kopf und mein heutiger Gesprächspartner ist von einer der schreibt und kritisch denkt jedenfalls aber das ganze total frei weil er ist freier Journalist.
00:00:48: Willkommen beim Klima-Quickie Paul Korn.
00:00:51: Danke, dass ich da sein darf.
00:00:52: Servus!
00:00:52: Schön, dass du da bist.
00:00:54: Jede Folge im Klimakviki beginnt mit einem kleinen Gedankexperten bei mir und diese Frage zieht es natürlich auf deine Arbeit als Freischaffender Journalist ab und zwar wenn du morgen die Titelseiten aller Zeitungen der Welt gestalten dürftest was wäre denn die Schlagzeile zur Klimakrise?
00:01:19: Also Ich glaube, das ist eine sehr schwierige Frage.
00:01:24: Vor allem weil sie wahrscheinlich nicht darauf hinausläuft dass eine Schlagzeile quasi unser ganzes Bewusstsein dafür schafft, dass die Klimakrise real ist und dass sie stattfindet und dass wir ihre Auswirkungen heute schon spüren.
00:01:40: Und dementsprechend glaube ich auch wenn es ein sehr starkes Zeichen wäre, wenn jetzt auf einmal alle Titelseiten der Welt in irgendeiner Art und Weise darauf Bezug nehmen, wie man diese eh ähnlich der Art und Weiße wie die Klimakrise funktioniert dieses schleichende Hintergrundrauschen das man einfach haben muss.
00:02:02: Deswegen sagen wir es auch im Journalismus immer, Klima ist quasi Thema in jedem Thema oder Dimension eines jeden Themas.
00:02:09: also es muss überall mitgedacht werden und sollte ja nicht in einem Ressort auf einer Titelseite abspielen.
00:02:16: ausschließlich und dementsprechend Fällt mir das natürlich sehr, sehr schwer.
00:02:20: Vor allem weil man wahrscheinlich auch bei den grundlegendsten Sachen einfach anfangen müsste irgendwie die Leute auf einen Nenner zu bringen.
00:02:28: Aber ich glaube Die Grundaussage ist trotzdem Sie es real, sie ist menschgemacht.
00:02:36: Wir spülen ihre Auswirkungen und wir können was dagegen tun.
00:02:40: Und in der Berichterstattung gibt's dann ja also gibt es immer so ein paar Leitplanken an die man sich anhalten kann oder Die ich mir gerne als Gedächtnis ruf dabei.
00:02:50: Ja, da würde ich jetzt auch gleich sofort mit dir drauf eingehen!
00:02:54: Das hat ja dann schon sehr viel mit der Verantwortung der Medien und dem Medien Schaffenden zu tun wenn es ums Klimathema geht.
00:03:05: Wieviel Beantwortung tragen denn die Medien?
00:03:07: Auch in ihrer Gatekeeper-Funktion?
00:03:10: Sprache schafft Realität das ist einfach so... Das muss man auch so klar einfach festhalten, das heißt es macht einen großen Unterschied nicht nur was wir berichten sondern auch wie wir's berichten.
00:03:23: Welche Wörter wir verwenden?
00:03:25: Wie wir die Sätze aufbauen?
00:03:26: Wie polarisierend unsere Sprache im generellen ist.
00:03:32: und natürlich sind die Medien, die dort als quasi eben wie du schon gesagt hast Gatekeeper wobei sie diese Funktion ja immer mehr verlieren.
00:03:41: jetzt in dem Zeitalter Also über die sozialen Medien informiert man sich ja selber quasi in dem Sinn.
00:03:48: Jeder ist Sender, jeder ist Empfänger.
00:03:50: Was natürlich was irgendwie empowers hat.
00:03:54: Andererseits ist es halt dadurch auch sehr viel schwerer diese verlässlichen Informationen von den wenigerverlässlichen einfach zu unterscheiden.
00:04:08: und gerade in der Klimakrise ist das schon so dass dass sie einfach dieses allgemeine Hintergrundrauschen ist, ständig stattfindet und auch oft sehr schwer greifbar ist.
00:04:21: Also wenn man über CO² redet – das kann man nicht sehen, das kann ich mir nicht anfassen -, dass es oft sehr technisch, das kommt oft auch aus einem naturwissenschaftlichen Hintergrund einfach der dann einfach wenig alltagstauglich ist und wenig Übersetzung findet in das Leben der Menschen wirklich.
00:04:42: Ich glaube da anzusetzen ganz ein wichtiger Punkt.
00:04:46: Da gibt es einen kleinen Dreiklang, den hau ich noch schnell raus.
00:04:51: Ja bitte gerne wollte ihr nach deinen Parametern irgendwie fragen wie du das am besten raushaust?
00:04:58: Also dieses Credo ist localized, humanized, solution-ized Das man auch immer wieder mitkriegt in der Lehre was Klimaschionalismus angeht.
00:05:06: Es ist eh ganz banal einfach diese globale Krise die wir haben auf das lokale Umfeld auf die direkten Menschen, die Orte, die Sehenswürdigkeiten, die man kennt.
00:05:20: Die Städter... ...die Natur rundherum runterzubrechen.
00:05:25: Die Geschichte dort zu erzählen.
00:05:28: Sie über Menschen, echte Menschen zu erzähln, wie du und ich genauso betroffen sind im Alltag.
00:05:35: Manche mehr natürlich, manche weniger je nachdem wo der Arbeiten ist.
00:05:41: Aber einfach quasi mitten aus dem Leben greifen, wenn man es jetzt so formulieren will und gleichzeitig aber nicht darauf vergessen dass man dadurch auch große Angst mit reinbringen kann in diesem Sinn.
00:05:56: Also das ist ja erstmal, wenn wir sich die Klimakrise anschauen und wenn sie da mal ein bisschen informiert Das hört sich mega fatal an Und wenn man's ganz realistisch betrachtet, ist es das auch.
00:06:09: Aber es ist nicht so, dass wir dem Hoffnungsschluss ausgeliefert sind.
00:06:13: Deswegen ist auch ein ganz kritischer Punkt dieses letzte Wort in diesem Dreiklang, dieses Solutionize einfach immer die möglichen Lösungen, von denen wir wissen wie wir sie angehen können und die uns jetzt schon am Tisch liegen, die nur darauf warten umgesetzt werden, die zu inkludieren in unseren Stories und einen Ausblick zu geben darauf wie es weitergehen könnte was die nächsten Schritte sind, um die Leute nicht irgendwo in der Luft hängen zu lassen.
00:06:42: Also einen hoffnungsvollen Ausblick geben den Rezipienten nicht mit einem Fragezeichen hinterlassen?
00:06:46: Ja also ich glaube das Wichtige ist auch den Leuten doch auch die Realität hat zuzumuten, denn es heißt da gibt's nichts aktuell wir sind... Da muss man sich etwas anderes überlegen.
00:06:58: gerade denke ich zum Beispiel an den Flugverkehr wo man dann immer drüber redet ja grüner Treibstoff in der technischen Umsetzung sehr schwierig den ganzen Bedarf zu decken irgendwo.
00:07:10: und da glaube ich kann man den Menschen dann auch zumuten zu sagen, Leute in Zukunft das wird schwierig.
00:07:18: Da stellt sich mir sofort auf die Frage wie viel ist denn zumutbar?
00:07:21: Und schlag jetzt auch gleich die Brücke zu der eher sehr kritischen Frage Wieviel Panik ist ein Haus gemacht von den Medien Beziehungsweise?
00:07:30: wie viel ist denn bewusste Dramaturgie?
00:07:33: Natürlich ist es jetzt von Blattlinie zu Blatt Linie unterschiedlich, so wissen wir alle.
00:07:38: Wir haben unterschiedliche Tageszeitungen und Medien aber ist im Endeffekt das Medium an sich ein bisschen Panik auslöser?
00:07:47: ich frage jetzt bewusst provokant.
00:07:49: In meiner Wahrnehmung habe mir extra noch mal vorher die Definition vom Panik angeschaut weil man gedacht hat dass es quasi eine eine Angst, die auf reale oder eingebildete oder nicht reale Bedrohungen reagiert.
00:08:09: Die aber dann zu unklugen Entscheidungen für den Endeffekt.
00:08:16: und was ich mir denke ist Angst an sich wenn man das kriegt durch die Berichterstattung, durch die Riesenkrise der wir einfach gegenüberstehen.
00:08:29: Das ist so mal was ganz Natürliches in dem Sinn.
00:08:33: Ich habe im letzten November ein relativ ausführliche Recherche gemacht zu Climate Anxiety, die einfach immer mehr...
00:08:41: Climate anxiety?
00:08:43: Also Angst vor Klimaangst
00:08:45: oder?
00:08:45: Ja auf Deutsch.
00:08:48: Was wirklich immer mehr zu einer psychologischen Diagnose wird auch und eine Psychologe mit der ich dort geredet hatte hat Der hat mir gegenüber gemeint, ja also natürlich hört sich jetzt einmal furchtbar an aber diese Angst die schmeißt uns einfach aus unserem Normalzustand raus und das ist quasi eine Chance, die uns auch ins Handeln bringen kann eigentlich.
00:09:14: Also sozusagen wohin kippt man jetzt in dieser fleckmatische Angst wo man dann herum sitzt und sagt Ja man kann eigentlich eh nichts tun alles schlecht.
00:09:27: Oder man kippt ihn in die andere Richtung und sagt, okay wir müssen jetzt was dagegen tun.
00:09:31: Weil Angst auf eine Bedrohung ist quasi einfach... Die zeigt uns einfach da gibt es einen Handlungsbedarf in irgendeiner Art und Weise.
00:09:39: Demen nehmen wir jetzt ein bisschen... Wir fallen ja alle ein bisschen in ein Extrem oder?
00:09:43: Also da giss ihr ein bisschen schwarz-weiß jetzt nicht?
00:09:46: Also natürlich gibt's diese Graustufen das schon aber vielleicht Zirklima.
00:09:51: wieder zurück zu eigentlichen Freien, weil mir ist aufgefallen.
00:09:54: Ich habe sie natürlich verantwortet.
00:09:55: weiter.
00:09:57: Wir kommen vom Hundertstehensdown zu der Welt.
00:09:59: Das Thema Klima und Klimakrise ist ein starkes Schlagwort also...
00:10:04: Es ist vor allem so schwer, weil es einfach so viele Schnittmengen überall gibt.
00:10:07: Richtig!
00:10:08: Also das passiert mir dann einfach, da kommen wir dann...
00:10:11: Aber ja, lass uns gerne den Kreis noch einmal schließen.
00:10:14: Hausgemachte Panik?
00:10:16: Ich glaube dass es diese Panik eigentlich nicht gibt.
00:10:19: in dem Sinn Ich glaube, dass oft eben auch vergessen wird und das ist glaube ich eher das Wort der Stunde Dringlichkeit.
00:10:27: Diese Dringigkeit einfach zu transportieren, das wird oft einfach... Das ist auch ganz schwer das zu schaffen in Artikeln und im Übermedienberichterstattung aber das funktioniert noch nicht ganz wo uns dann halt die Zahlen verlassen.
00:10:49: in dem Sinn wir Wir geben den Leuten irgendwelche Statistiken und sagen, ja, heuer war schon wieder das heißeste Jahr.
00:10:57: Aber es ist einfach nur ein Datenpunkt mehr, den wir jetzt irgendwie wieder in unser Ja-Bücher schreiben
00:11:04: können.".
00:11:05: Das bedeutet, wir müssen uns der Grenzen zwischen der notwendigen Dringlichkeit und dieser übertrieben Plumpenalarmglocken sozusagen mehr bewusst und sensibilisiert werden?
00:11:18: Also das gibt diese Abstufungen von Panik, wenn wir jetzt so wollen.
00:11:23: Die gibts natürlich sicher.
00:11:24: Andererseits in den sehr reichweiten starken Medien zum Beispiel, wenn man sich da anschaut die Sommerberichterstattung, wenn dann endlich wieder quasi wenn im April letzten Jahres schon dreißig Grad kommen und die Bebilderung läuft dann über geschmolzene Eislutscher und fröhliche Kinder die Baden gehen, dann geht es einfach am Ziel vorbei.
00:11:47: Was wäre besser gewesen?
00:11:49: Die Bebilderung,
00:11:50: ja.
00:11:50: Wie hättest du diesen Bericht aufbereitet so dass es auch so ankommt wie du sagst dieses Narrativ-Klimakrise entsprechend transportieren können?
00:12:01: Ja ich glaube das ist über die Bebildung in dem Kontext natürlich sehr schwer.
00:12:06: Inhaltlich glaube ich muss mir da einfach darauf verweisen dass das außerhalb der Norm liegt so heiße Tage haben und dass die einfach immer mehr werden.
00:12:17: Und dass sie auch Gesundheitsrisiken mit sich bringen.
00:12:21: Und dann kann man natürlich, wenn wir jetzt schon wieder beim Solutionalist sind, wieder darauf hinweisen was man dagegen machen kann wie sich Städte anpassen müssen zum Beispiel.
00:12:31: Zimomilienprojekt.
00:12:32: Ja um das ertragbarer zu machen quasi diese Betonwannen, die manchmal die Straßen einfach noch sind oder Betonwüsten, bleiben wir vielleicht in dem Bild eher wieder zu OASen machen.
00:12:46: Trotzdem möchte ich noch mal auf diese Bilder die Bebilderung zurückkommen weil du dir doch jetzt ein bisschen kritisch beleuchtet hast das bei so einem Thema dann die fröhlichen Kinder mit Eislips daher kommen aus deiner journalistischen Sicht eher unvorteilhaft?
00:13:01: Ja ist es einfach verharmlose.
00:13:03: gerade bei so wenn's um solche Ereignisse geht die halt einfach wirklich dann schon vielleicht mit Statistik mehr zu tun haben, ist es wahrscheinlich schwer.
00:13:12: Aber dieses Humanize gilt das Vermenschlichen, das gilt einfach genauso im Fotosjournalismus und das ist ganz wichtig damit wir uns auch identifizieren können und wissen können, hey!
00:13:25: Uns könnt's auch so gehen in dem Sinn und uns betroffen fühlen was wir ja auch sind.
00:13:30: Let´s go humanize!
00:13:33: Gut okay zum Abschluss einer jeden Vollgame Den kleinen Klimahack.
00:13:40: Bitte verrat uns doch deinen kleinen Alltags-Klimahack, wie du Mutter Erde was Gutes tust und total easy, was die Zuhörenden vielleicht sogar auch implementieren können in den Alltag?
00:13:54: Also ich... Du mich schwer jetzt nicht wieder spielverdernt zu sein und eigentlich die Frage nicht zu beantworten und im Endeffekt wieder zu sagen ja es ist ganz wichtig dass wir aus diesen Individualisieren rauskommen das wir das systemisch anpacken Natürlich braucht sein Wertewandel und dass wir unsere Lebensdiele auch in gewisser Hinsicht anpassen.
00:14:13: Total, wenn ich jetzt was erzählen müsste dann wäre es auf jeden Fall Öffinnutzung.
00:14:19: Ich bin so gut obwohl ich ein Landkind bin, absolut kein Stadtkind bin und mir dessen bewusst bin das man das am Land wirklich in weiten beiden Teilen Österreichs einfach noch braucht um von A nach B zu kommen.
00:14:33: Auch da gibt's Lösungsvorschläge noch nöcher Aber das ist aktuell noch nicht wegzudenken ohne systemische Reformen.
00:14:41: Einfach dort, wo es geht wirklich die Wege mit dem Rad zu Fuß zu machen, die Öffis zu nutzen vielleicht einfach auch wirklich Soja-Alternativen auszuprobieren weniger Fleisch zu essen.
00:14:55: Bist du veganer?
00:14:59: Flexitare zu Musik.
00:15:00: Also das bewusste Fleischessen sozusagen?
00:15:04: Das Bewusste darauf verzichten, aber nicht oder streng drauf verzichten also in dem Kontext dass einfach das bei meiner Familie noch nicht ganz ankommt ist.
00:15:11: Also wenn ich in Wien sitze und einkaufen gehe dann kaufen wir kein Fleisch.
00:15:18: Ich verstehe.
00:15:21: Liebe Paul, danke für diesen klaren Blick für diesen kritischen Blick auf Sprache und Verantwortung der Medien.
00:15:30: Und dass du uns auch ein bisschen aufgezeigt hast, dass wir zwischen den Schlagzeilen oft übersehen und uns da bisher abgeholt hast in Deine Welt.
00:15:38: Das war der Klima-Quicky – kurz knapp und klimafreundlich!
00:15:42: In der nächsten Folge wieder einen schlauer Kopf, ein neuer Blickwinkel mit der Frage die uns alle betrifft was macht das Klima mit uns?
00:15:51: Was machen wir mit dem Klima?
00:15:54: Bis dahin weiterreden, weiter fragen und weiter hören.
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